Sechs Wochen Ferien, viel Zeit für gemeinsame Unternehmungen und hoffentlich jede Menge Sonnenschein: Für Kinder ist der Sommer oft die schönste Zeit des Jahres. Steigen die Temperaturen jedoch über mehrere Tage stark an, können Ausflüge, Autofahrten und selbst das Spielen im Garten schnell anstrengend werden.
Das bedeutet nicht, dass Familien den gesamten Tag in der abgedunkelten Wohnung verbringen müssen. Mit einem angepassten Tagesablauf, ausreichendem Sonnenschutz und den richtigen Ausflugszielen lassen sich auch heiße Ferientage genießen. Entscheidend ist, die Aktivitäten auf die Temperaturen abzustimmen und besonders bei Babys und kleinen Kindern aufmerksam zu bleiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Ausflüge und Bewegung möglichst auf den frühen Morgen oder Abend legen.
- Die besonders heißen Stunden an schattigen oder kühlen Orten verbringen.
- Kindern regelmäßig Getränke anbieten, auch wenn sie nicht danach fragen.
- Auf leichte Kleidung, Sonnenhut und einen guten Sonnenschutz achten.
- Kinder niemals allein im Auto zurücklassen.
- Beim Baden und Planschen immer in unmittelbarer Nähe bleiben.
- Das Ferienprogramm bewusst reduzieren und ausreichend Pausen einplanen.
Warum Kinder bei Hitze besonderen Schutz brauchen
Babys und kleine Kinder können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie Erwachsene. Sie reagieren deshalb empfindlicher auf hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig vergessen Kinder beim Spielen leicht, ausreichend zu trinken oder eine Pause einzulegen.
Eltern sollten daher nicht erst warten, bis ein Kind deutlich erschöpft wirkt. Häufige Trinkpausen, schattige Aufenthaltsorte und ruhige Aktivitäten während der heißesten Stunden helfen dabei, eine zu starke Hitzebelastung zu vermeiden. Offizielle Empfehlungen raten dazu, mit Kindern während großer Hitze vor allem zwischen dem späten Vormittag und dem frühen Abend kühlere Räume oder schattige Plätze aufzusuchen.
Den Tagesablauf an die Hitze anpassen
In den Sommerferien muss nicht jeder Tag vollständig verplant sein. Bei großer Hitze ist ein einfacher Rhythmus oft angenehmer als ein umfangreiches Ferienprogramm.
Die frühen Morgenstunden eignen sich für Spielplatzbesuche, Fahrradtouren, Spaziergänge und andere Aktivitäten im Freien. Mittags kann eine längere Pause zu Hause, in einer Bibliothek oder an einem anderen kühlen Ort folgen. Am Abend bleibt häufig noch genug Zeit für ein Picknick, eine kleine Wanderung oder eine Runde auf dem Spielplatz.
Ein möglicher Tagesablauf an einem heißen Ferientag könnte so aussehen:
- 7:30 bis 10:30 Uhr: Frühstück und Ausflug im Freien
- 10:30 bis 12:00 Uhr: Rückfahrt und ruhiges Spielen
- 12:00 bis 16:30 Uhr: Mittagessen, Lesen, Basteln oder Ruhepause
- ab 17:00 Uhr: Garten, Spielplatz, Spaziergang oder Picknick
Körperlich anstrengende Aktivitäten sollten bei großer Hitze nicht in die heißeste Tageszeit gelegt werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Einkäufe, Sport und andere Belastungen nach Möglichkeit in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verschieben.
Regelmäßig trinken – auch ohne Durst
Beim Spielen merken Kinder häufig erst spät, dass sie durstig sind. Eltern sollten Getränke deshalb gut sichtbar bereitstellen und regelmäßig kleine Trinkpausen einlegen.
Geeignete Getränke sind vor allem:
- Wasser,
- ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees,
- stark verdünnte Saftschorlen,
- mit Gurken, Beeren oder Minze aromatisiertes Wasser.
Eine eigene Trinkflasche für jedes Familienmitglied erleichtert den Überblick. Besonders bei Ausflügen sollten mehr Getränke eingepackt werden, als voraussichtlich benötigt werden. Eine zusätzliche Flasche kann bei Verspätungen, Umwegen oder längeren Wartezeiten sehr hilfreich sein.
Babys, die ausschließlich gestillt werden, sollten bei Hitze häufiger angelegt werden. Bei Flaschenkindern und Kleinkindern ist es ebenfalls wichtig, Getränke beziehungsweise die gewohnte Nahrung häufiger anzubieten.
Leichtes Essen für heiße Ferientage
Große und sehr schwere Mahlzeiten sind an heißen Tagen oft wenig verlockend. Viele Kinder essen lieber kleinere Portionen über den Tag verteilt.
Gut geeignet sind beispielsweise:
- Wassermelone, Pfirsiche, Beeren und anderes Sommerobst,
- Gurken, Tomaten und Paprikastreifen,
- Naturjoghurt mit Obst und Haferflocken,
- Nudelsalat oder Couscous-Salat mit Gemüse,
- Vollkornbrot mit Frischkäse, Käse oder Hummus,
- kalte Suppen,
- selbst gemachtes Fruchteis.
Für einen Ausflug sollten leicht verderbliche Speisen in einer Kühltasche transportiert werden. Lebensmittel mit Joghurt, Käse, Fleisch, Fisch oder Ei dürfen nicht über längere Zeit in einem heißen Auto oder ungekühlt in der Sonne liegen.
Sonnenschutz richtig planen
Schatten ist an heißen Tagen der beste Aufenthaltsort. Zusätzlich schützen luftige Kleidung, ein Sonnenhut und Sonnencreme die empfindliche Kinderhaut.
Eine gute Sommerausstattung besteht aus:
- einem Hut oder einer Kappe mit Schutz für Gesicht, Ohren und Nacken,
- leichter, möglichst dicht gewebter Kleidung,
- einer geeigneten Sonnenbrille,
- kindgerechter Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor,
- einem Sonnenschirm, Strandzelt oder anderen Schattenspender.
Ungeschützte Hautstellen sollten großzügig eingecremt werden. Nach dem Baden, Abtrocknen oder starkem Schwitzen muss der Schutz erneuert werden. Babys sollten möglichst gar keiner direkten Sonne ausgesetzt werden. Auch größere Kinder spielen während intensiver Sonneneinstrahlung besser im Schatten.
Die Wohnung möglichst kühl halten
Nach einem Ausflug ist eine kühle Wohnung besonders angenehm. Gelüftet wird am besten spätabends, nachts und frühmorgens. Sobald die Außentemperatur steigt, sollten Fenster geschlossen und die Räume verschattet werden.
Außenliegende Rollläden, Jalousien und Markisen halten einen großen Teil der Sonnenstrahlung ab, bevor diese auf das Fensterglas trifft. Sind solche Vorrichtungen nicht vorhanden, helfen auch helle Vorhänge oder innenliegende Rollos.
Elektrische Geräte geben zusätzliche Wärme an den Raum ab. Fernseher, Computer, Spielekonsolen und nicht benötigte Ladegeräte sollten deshalb ausgeschaltet werden. Statt den Backofen zu nutzen, bieten sich kalte Gerichte oder Speisen mit kurzer Garzeit an.
Die besten Ausflugsziele bei großer Hitze
Ein gutes Ausflugsziel muss im Hochsommer nicht weit entfernt liegen. Oft finden Familien in der eigenen Umgebung Orte, die auch bei hohen Temperaturen angenehm bleiben.
Wald und schattige Naturpfade
Ein Spaziergang im Wald ist meist angenehmer als ein Aufenthalt auf einer unbeschatteten Wiese oder in einer stark aufgeheizten Innenstadt. Kurze Rundwege, Waldlehrpfade und Naturerlebnispfade eignen sich besonders gut für Familien.
Für Kinder wird der Spaziergang interessanter, wenn daraus eine kleine Entdeckungstour entsteht. Sie können Tierspuren suchen, Blätter bestimmen, Baumrinde fühlen oder nach bestimmten Farben in der Natur Ausschau halten.
Höhlen und Besucherbergwerke
Höhlen und Bergwerke bleiben häufig auch im Sommer vergleichsweise kühl. Sie sind daher interessante Ziele für besonders warme Tage. Da es unter der Erde deutlich frischer sein kann, gehören leichte Jacken und feste Schuhe ins Gepäck.
Vor der Anreise sollten Eltern prüfen, ob das Ziel für das Alter der Kinder geeignet ist und ob eine Reservierung erforderlich ist.
Museen mit Kinderangeboten
Naturkundemuseen, Technikmuseen, Mitmachmuseen und historische Ausstellungen bieten häufig eigene Bereiche für Kinder. Sie verbinden einen kühlen Aufenthalt mit einem spannenden Ferienerlebnis.
Besonders praktisch sind Häuser, in denen Familien mehrere Stunden verbringen können und die über Sitzmöglichkeiten, Toiletten sowie ein Café oder einen Picknickbereich verfügen.
Bibliotheken
Viele öffentliche Bibliotheken veranstalten während der Sommerferien Vorlesestunden, Bastelaktionen oder Ferienprogramme. Auch ohne Veranstaltung kann ein gemeinsamer Bibliotheksbesuch eine schöne Abwechslung sein.
Jedes Familienmitglied sucht sich ein Buch aus, anschließend wird zu Hause eine gemütliche Leseecke eingerichtet. So entsteht aus einem einfachen Ausflug ein ruhiger Ferientag.
Freibad, Badesee und Wasserspielplatz
Wasser sorgt für Abkühlung und Bewegung. Freibäder mit schattigen Liegeflächen, beaufsichtigte Badeseen und Wasserspielplätze sind deshalb beliebte Sommerziele.
Kinder dürfen am Wasser dennoch nie unbeaufsichtigt bleiben. Das gilt auch für kleine Planschbecken und flache Wasserbereiche. Erwachsene sollten sich in unmittelbarer Nähe aufhalten und ihre Aufmerksamkeit nicht dauerhaft auf das Smartphone oder ein Buch richten.
Schattiger Tierpark oder Wildpark
Ein Tierpark mit altem Baumbestand kann sich für einen Vormittagsausflug eignen. Vorher lohnt sich ein Blick auf den Lageplan: Gibt es schattige Wege, Trinkwasserstellen und ausreichend Möglichkeiten für Pausen?
Auch Tiere ziehen sich bei Hitze häufig zurück. Der frühe Morgen ist daher oft interessanter als die Mittagszeit.
Picknick am Abend
Wenn es am späten Nachmittag langsam kühler wird, beginnt für Familien eine besonders schöne Zeit. Ein Abendpicknick im Park, am Waldrand oder im eigenen Garten benötigt wenig Vorbereitung und fühlt sich trotzdem wie ein kleiner Urlaub an.
Brot, Gemüsesticks, Obst, ein Salat und ausreichend Getränke reichen meist aus. Eine Decke, ein Ball und ein Kartenspiel machen den Abend komplett.
Ferienideen für zu Hause
Nicht jeder heiße Tag braucht einen Ausflug. Gerade während langer Ferienzeiten sind ruhige Tage zu Hause wichtig.
Diese Aktivitäten funktionieren auch bei hohen Temperaturen:
- im schattigen Garten mit Wasser pinseln,
- ein Eis aus pürierten Früchten herstellen,
- eine Deckenhöhle im kühlsten Zimmer bauen,
- Sommergeschichten lesen oder Hörspiele hören,
- Muscheln, Steine oder Blätter bemalen,
- ein Familienquiz veranstalten,
- gemeinsam Fotos aus den Ferien sortieren,
- eine kleine Schatzsuche in der Wohnung vorbereiten,
- mit gekühlter Knete oder Salzteig basteln,
- am Abend im Garten oder auf dem Balkon übernachten.
Für eine einfache Wasserspielidee reichen mehrere Schüsseln, Becher, Löffel und kleine Schwämme. Kinder können Wasser umfüllen, Gegenstände schwimmen lassen oder Eiswürfel beobachten. Beim Spielen mit Wasser müssen kleine Kinder stets beaufsichtigt werden.
Mit Kindern sicher im Auto unterwegs
Das Auto kann sich in der Sonne sehr schnell stark aufheizen. Ein Kind darf deshalb niemals allein im Fahrzeug bleiben – auch nicht bei geöffnetem Fenster und auch nicht für einen kurzen Einkauf. Bei Hitze besteht im aufgeheizten Innenraum Lebensgefahr.
Längere Fahrten werden möglichst auf den frühen Morgen oder Abend gelegt. Vor der Abfahrt sollte das Fahrzeug gelüftet werden. Sonnenschutzblenden an den hinteren Fenstern reduzieren die direkte Einstrahlung, dürfen jedoch die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigen.
Für die Fahrt gehören Getränke, leichte Snacks, feuchte Waschlappen und Ersatzkleidung griffbereit ins Auto. Regelmäßige Pausen an schattigen Rastplätzen helfen Kindern und Erwachsenen, sich zu bewegen und zu erholen.
Was gehört in die Tasche für einen heißen Ferientag?
- ausreichend Wasser für alle Familienmitglieder,
- Sonnencreme,
- Sonnenhüte oder Kappen,
- leichte Ersatzkleidung,
- kleine Handtücher oder Waschlappen,
- Obst und andere leichte Snacks,
- Kühltasche mit Kühlakku,
- Picknickdecke,
- Müllbeutel,
- Pflaster und kleine Reiseapotheke,
- Badesachen bei Ausflügen ans Wasser.
Eine kleine Sprühflasche mit frischem Wasser kann unterwegs für Erfrischung sorgen. Sie ersetzt jedoch weder regelmäßiges Trinken noch Aufenthalte im Schatten.
Warnzeichen einer zu starken Hitzebelastung erkennen
Eltern sollten aufmerksam werden, wenn ein Kind ungewöhnlich müde, unruhig oder teilnahmslos wirkt. Weitere mögliche Warnzeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfe, eine auffällige Hautfarbe oder Verwirrtheit.
Das Kind sollte sofort an einen kühlen Ort gebracht werden. Enge Kleidung wird gelockert und der Körper kann vorsichtig mit feuchten Tüchern gekühlt werden. Ist das Kind wach und kann normal schlucken, sollte ihm Wasser angeboten werden.
Bei Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, starker Verwirrtheit oder dem Verdacht auf einen Hitzschlag muss sofort der Notruf unter 112 gewählt werden.
Auch warme Nächte gut überstehen
An heißen Tagen kühlen sich Schlafzimmer oft nur langsam ab. Am besten wird spätabends und frühmorgens mit weit geöffneten Fenstern gelüftet. Tagsüber bleiben Fenster und Vorhänge geschlossen.
Leichte Schlafkleidung und dünne Bettwäsche sind meist ausreichend. Eine Wärmflasche kann mit kühlem, aber nicht eiskaltem Wasser gefüllt und an die Füße gelegt werden.
Manchmal ist ein anderer Raum deutlich kühler als das Kinderzimmer. Dann kann es für einige Nächte sinnvoll sein, dort ein Matratzenlager für die ganze Familie einzurichten. Das macht aus der ungewohnten Situation ein kleines Ferienabenteuer.
Weniger Programm sorgt für entspanntere Ferien
Sommerferien müssen nicht aus einer langen Reihe spektakulärer Ausflüge bestehen. Kinder erinnern sich häufig genauso gern an kleine gemeinsame Erlebnisse: ein spätes Frühstück, eine Wasserschlacht im Garten, selbst gemachtes Eis oder einen Spaziergang bei Sonnenuntergang.
Bei großer Hitze darf das Ferienprogramm bewusst langsamer werden. Wer Aktivitäten in die kühleren Tageszeiten verlegt, genügend Pausen macht und flexibel bleibt, kann den Sommer genießen, ohne die Familie unnötig zu belasten.
Häufig gestellte Fragen zu Sommerferien bei Hitze
Wann sollte man mit Kindern im Sommer nach draußen gehen?
Für Spaziergänge, Spielplatzbesuche und sportliche Aktivitäten eignen sich vor allem die frühen Morgenstunden und der Abend. Während der größten Hitze sollten Kinder möglichst im Schatten oder in kühleren Räumen bleiben.
Welche Ausflüge eignen sich für sehr heiße Tage?
Geeignet sind schattige Waldwege, Höhlen, Besucherbergwerke, Museen, Bibliotheken und beaufsichtigte Schwimmbäder. Auch ein später Ausflug mit Abendpicknick kann angenehm sein.
Was sollten Kinder bei Hitze trinken?
Wasser und ungesüßte Getränke sind gute Durstlöscher. Eltern sollten regelmäßig Getränke anbieten, da Kinder beim Spielen ihren Durst leicht vergessen.
Wie schützt man Kinder am besten vor der Sonne?
Am wichtigsten sind Schatten, luftige Kleidung, ein Sonnenhut und das Meiden intensiver Sonneneinstrahlung. Ungeschützte Hautstellen werden zusätzlich mit einer kindgerechten Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt.
Darf ein schlafendes Kind kurz allein im Auto bleiben?
Nein. Kinder dürfen bei Wärme niemals allein in einem geparkten Auto bleiben. Der Innenraum kann sich sehr schnell gefährlich aufheizen.
Kann ein kleines Kind allein im Planschbecken spielen?
Nein. Kleine Kinder müssen auch in sehr flachem Wasser ständig von einem Erwachsenen beaufsichtigt werden.
Wann muss bei hitzebedingten Beschwerden der Notruf gewählt werden?
Bei Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen, starker Verwirrtheit oder dem Verdacht auf einen Hitzschlag sollte sofort der Notruf 112 verständigt werden.

